...dass männliche Amseln während der Balzzeit beeindruckende Kämpfe veranstalten?
...dass das Hermelin im Winter ein weißes Fell besitzt und im Sommer ein braunes? Nur die Schwanzspitze bleibt immer schwarz.
...dass ein Höckerschwan 12 - 15 kg wiegen kann? Deshalb benötigt er auch genügend "Anlauf" um sich dann mit Hilfe der kräftigen Flügel in die Lüfte zu erheben.
...dass Luchse eigentlich Einzelgänger sind? Nur zur Paarungszeit fühlen sich Männchen und Weibchen zueinander hingezogen und rufen einander.
...dass der Eisvogel ein "Ansitzjäger" ist? Er beobachtet seine Beute von einer erhöhten Position aus, schießt dann blitzschnell bis zu 60cm tief ins Wasser und taucht mit seiner Beute binnen weniger Sekunden wieder auf.
...dass das Eurasische Eichhörnchen seine Pinsel an den Ohren mit dem Fellwechsel im Frühjahr verliert? Nur zur kalten Jahreszeit schützen die senkrecht nach oben stehenden Haare die Hörorgane.
...das die Augen der Eulen, im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln, nach vorne ausgerichtet sind? Den vermeintlichen Nachteil im kleineren Gesichtsfeld gleichen Eulen aus, indem sie ihren Kopf um fast 270° drehen können.
...dass Murmeltiere sehr soziale Tiere sind, gerne miteinander spielen und bis zu 20 Tiere in einem Familieverbund leben können?
..., dass Vögel ihr Gefieder reinigen, indem sie regelmäßig baden gehen? Sie baden aber nicht nur im Wasser, sondern auch im Sand. Somit werden sie lästige Parasiten los.
...das die Wildkatze durch internationale Abkommen, wie dem Washingtoner Artenschutzabkommen, der Berner Konvention und der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-RL, Anhang IV) streng geschützt ist?
dass man die Paarung bei Vögeln Tretakt nennt? Mehlschwalben können aufgrund ihres Aussehens nicht voneinader unterschieden werden, wohl aber an ihrem Verhalten. Was denken Sie? Wer ist auf diesem Bild das Männchen?
...das Dachse schlecht sehen und hören können? Umso besser ist ihr Geruchssinn ausgeprägt. Man geht davon aus, dass sie bis zu 700 mal besser riechen können als wir Menschen. Daher wird die Nase z.B. sehr gerne zur Nahrungssuche eingesetzt.
...das vor allem weibliche Vögel aufgrund ihres Federkleides perfekt getarnt sind? Da meist die Hennen die Brut übernehmen, ist dies überlebensnotwendig, aufgrund des damit erhöhten Schutzes vor Fressfeinden.
...das Waldkauzästlinge ihre Augen häufig geschlossen halten, um sich vor Feinden zu schützen?
Vielfach ausgezeichneter und einer der renommiertesten deutschen Natur- und Tierfotografen, Bildautor zahlreicher Bücher, Mitglied der GDT (Gesellschaft für Naturfotografie e.V.)
" Im Jahr 1979 bin ich mit einer Jugendgruppe nach Irland gefahren. Damals war ich 15 Jahre alt. Es war meine erste Auslandsreise sowie die Begegnung mit einer anderen Kultur und einer rauen Landschaft. Das hat mich sehr fasziniert. Ein Gruppenleiter hatte eine Kamera dabei und machte Dias, die wir uns einige Wochen später mit der Gruppe bei einem Wiedersehenstreffen gemeinsam anschauten. Schon unterwegs spürte ich den Wunsch in mir, diese Erlebnisse und Eindrücke festhalten zu wollen. Noch an dem Abend fasste ich den Entschluss mein Taschengeldkonto zu plündern und mir eine Kamera zu kaufen. Wenig später fuhr ich mit einem Schulfreund nachts ins Lohner Moor um Birkhähne zu beobachten und zu fotografieren. Wir mussten etwa eine Stunde mit dem Fahrrad fahren und dann in der Dunkelheit noch 30 Minuten laufen. Bei Tagesanbruch zog Nebel auf. Die Birkhähne balzten vor uns auf der Wiese, doch wir konnten sie nur schemenhaft erkennen. Ich hatte einen Film in der Kamera und machte mit einem 200 mm Objektiv vielleicht 5 Bilder. Filme waren für einen Schüler teuer! Die Bilder waren unbrauchbar, aber ein Feuer war entfacht, dass bis heute brennt."
" Die Naturfotografie ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden. Sie bietet mir mich kreativ zu betätigen. Durch sie entfacht in mir ständig eine Neugierde, die mich antreibt zu verstehen, was ich da sehe. Die Naturfotografie hat mich gelehrt genau hinzusehen, geduldig zu sein und offen für die Dinge, die kommen. Und das sind Tugenden, die sind auch sonst im Leben sehr wichtig. Auch habe ich durch sie sehr viele begnadete Menschen kennengelernt und sehr viel über das Naturerbe meiner Heimat gelernt."
" Wenn ich ehrlich bin, gibt es nicht DAS Erlebnis für mich. Wenn überhaupt, dann ist es das nächste Erlebnis. Aber es gibt vielleicht eine Verbindung zwischen Ereignissen. So bin ich immer sehr dankbar, wenn es mir gelingt, ein „Traummotiv“ fotografisch umzusetzen. Da erinnere ich mich an einen jagenden Adler in Norwegen, an eine Bärenmutter mit ihren Jungen an der finnischen Grenze zu Russland, das tanzende Nordlicht auf den Lofoten oder einfach nur der Sonnenuntergang im Gespensterwald an der Ostsee. Mich interessieren aber auch die Kultur, die Menschen, die in anderen Ländern leben. Dank der Naturfotografie bin ich sehr vielen Menschen begegnet. Mit einigen verbindet mich bis heute eine enge Freundschaft."
" Meine naturfotografische Arbeit ist schon seit Jahren so ausgerichtet, dass ich in Projekten arbeite. Auch ist mir bewusst, dass wirklich gute Bilder vor allem meine Zeit benötigen. Auch ist es für richtig gute Bilder von Vorteil, wenn man die Begegnungen mit einem Tier oder einer Landschaft oft wiederholen kann. Daher habe ich mich früh entschieden, meinen naturfotografischen Wirkungsschwerpunkt auf das Naturerbe meiner Heimat auszurichten. Über viele Jahre waren es die Moore Nordwestdeutschlands mit ihrer Flora und Fauna, denen ich mich widmete. Dann folgten der Dümmer See, die Hunte und die Ahlhorner Fischteiche. Bei den Vögeln lassen mich die Kraniche und die Seeadler nicht los."
" Mich zu fokussieren. Nicht mein Objektiv, sondern mein Bestreben. Ich habe oft viel mehr Ideen als Zeit. Das ist ein wahres Geschenk, eine Gnade. Damit es nicht in Ungeduld oder Unzufriedenheit endet, habe ich früh gelernt eine Sache richtig zu machen und alle anderen dann eben nicht. Das hört sich leicht und schlüssig an, ist aber oft radikal und schwierig. Gestern fragte mich ein Freund, ob ich mit ihm beim Eisvogel ansitzen möchte. Welche Freunde! Doch ich entschied mich an der Küste nach Spots zu suchen, an denen ich für mein nächstes Projekt im Herbst Vogelschwärme aufnehmen kann.
" Viele Naturfotograf:innen wenden ihre gesamte Energie dafür auf Bilder zu machen, die dann auf Festplatten liegen. Ich bin der Meinung, man sollte seine Energie so aufteilen, dass man sich auch überlegt, wie das Bild zum Betrachter kommt. Der norwegische Kollege Jonas Bendisken hat gesagt: „Ich fühle mich wie ein Botschafter derer, die ich fotografiere“. Diese Perspektive gefällt mir sehr. Wir sollten mit unseren Fotografien der Natur etwas zurückgeben, für sie eintreten, auf ihre Schutzbedürftigkeit, Erhabenheit und Würde aufmerksam machen. Viele Menschen sind heute in Bezug auf die Natur entfremdet oder analphabetisiert. Hier können faszinierende Naturfotos neugierig machen, Fragen stellen oder ermutigen ein eigenes Naturerlebnisse zu suchen. Fotografien sind mächtige Botschaften, die von Menschen sehr schnell aufgenommen werden können und sich im Langzeitgedächtnis einbrennen. Daher sollte das Genre der Naturfotografie bestrebt sein, sich anwaltlich für die Natur einzusetzen. Jeder an seinem Ort und vermutlich nur wenige für übergeordnete Themen. Naturfotografien müssen ihren Weg zu den Menschen und ihrem Bewusstsein finden, denn sie haben eine aufklärende und bewusstseinsbildende Kraft."
" Wie schon erwähnt, sehe ich meine naturfotografische Aufgabe seit über einem Jahrzehnt darin, das Naturerbe meiner Region / Heimat naturfotografisch zu dokumentieren und es mit fachlich kompetenten Journalisten für eine breite Öffentlichkeit in Büchern und Magazinen zu publizieren und damit für kommende Generationen aufzuarbeiten. Ferner veranstalte ich projektbezogen Fotoausstellungen, Vorträge, Führungen und Workshops, die diese Anliegen vertiefen.
" Einer meiner Mentoren hat mir als junger Mann einmal gesagt: „Willi denk dran, dass schon alles fotografiert wurde und zwar besser, als Du es je tun wirst.“ Er wollte mich darauf aufmerksam machen, dass die Gelassenheit wohl eine der wichtigsten Tugenden in der Naturfotografie ist. Natürlich möchte man das ungewöhnliche und besondere Bild fotografieren, bei dem viele Besonderheiten wie das Licht, der Moment, der Ausdruck des Motivs usw. zusammenkommen. Doch man kann in der Naturfotografie nur für ein erfolgversprechendes Umfeld sorgen. Den eigentlichen Moment muss man sich schenken lassen. Man kann ein gutes Bild nicht erzwingen. Selbst wenn man durch unangemessenes Verhalten eine Situation provoziert, die zu einem spektakulären Bild führt, so wird man doch schnell bemerken, dass man selbst immer wieder an diese Regelverletzung erinnert wird und das Bild keine hohe Bedeutung im eigenen Portfolio erlangt. Zurück zur eigentlichen Frage: ein Naturfotograf hat eine Vorbildfunktion und muss sich an die gesetzlichen Regeln halten. Das Bundesnaturschutzgesetzt schreibt diese vor. Außerdem hat die „Gesellschaft für Naturfotografie“ (GDT) einen Verhaltenscodex formuliert, dem ich mich als Mitglied verpflichtet fühle. Und dann ist da vor allem eines: Die Liebe zur Natur verbietet es mir, nur für ein Foto, die Kreaturen unangemessen zu stören. Richtig ist aber auch, dass jeder Besuch in der Natur, jede Annäherung an ein Tier, jedes Betreten einer Wiese eine Störung darstellt. Es bedarf der eigenen, intensiven Bildung, Aufmerksamkeit, Gewissensschulung, um sich verantwortlich in der Natur zu bewegen. Auch sollte man darüber nachdenken, wie man mit seinen Bildern der Natur etwas zurückgeben kann. Das ist der Ursprung meines langjährig angelegten Projektes „Unser Naturerbe bewahren“.
" Das Dilemma erlebt man immer wieder. Kürzlich war ich auf einer ostfriesischen Insel, um für ein Projekt mit dem Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer Fotos zu erstellen. Ich wollte früh morgens Dünenlandschaften fotografieren. Plötzlich spürte ich, dass ich beobachtet werde. Nicht weit von mir lag ein Heuler, der mich mit seinen großen Knopfaugen anschaute. Wir waren beide sehr verdutzt. Ich ging in die Knie machte eine Aufnahme und zog mich dann an einen anderen Strandabschnitt zurück. So ist der Alltag des Naturfotografen. Meine Lösung lautet: Man kann die Natur nicht als Objekt betrachten, sondern als Subjekt des eigenen Handelns. Das Wohlergehen der Natur geht vor und eine bewusste Störung ist durch ein Foto nicht zu rechtfertigen.“
" Das geschulte Gewissen, Erfahrung im Umgang mit der Natur, das Bundesnaturschutzgesetz und den Codex der GDT. “
" Die vorgenannten Regeln bilden eine Grundlage. Die jeweiligen Gebietsverordnungen führen sie spezifisch aus. Da ich in den letzten Jahren fast ausschließlich vor meiner Haustür fotografiere und somit in Niedersachsen, finden sich die Infos über diese Webseite: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutzgebiete/die-naturschutzgebiete-niedersachsens-161751.html Beim jeweiligen Schutzgebiet sind die Karten und Verordnungen hinterlegt. Gerade heute plante ich einen Besuch auf der Insel Juist. Mein erster Anruf im Rahmen der Recherche galt dem Nationalpark-Ranger, damit ich über die Bedingungen, die Möglichkeiten und Grenzen aus erster Hand informiert bin. “
" Meiner Erfahrung nach geschehen Regelverletzungen meist aus Unkenntnis und mangelndem Problembewusstsein. Daher ist mein erster Schritt in solchen Fällen immer die direkte „kollegiale“ Ansprache in kurzgefassten Aussagesätzen. Nahezu jeder ist dann erschrocken. Auch fürchten die Naturfotograf:innen nichts mehr, als die soziale Ächtung. Das kann man im Notfall „in Aussicht stellen“. Da ich an das Gute im Menschen glaube, sind das meine Schritte, mit denen ich bisher immer Erfolg hatte. Auch eröffnen sie dem Betroffenen die Chance der Einsicht und persönlichen Reifung.“
" Durch die Verfügbarkeit vielschichtiger und präziser Informationen durch die „digitale Welt“ kommt es in der Bündelung von gut gemeinten und nachvollziehbaren Einzelinteressen oftmals zu einer Überbeanspruchung eines Ortes. Zum Schutz der Natur oder bestimmter Arten müssen lenkende Maßnahmen vor Ort ergriffen werden (siehe z. B. Kegelrobben auf Helgoland). Auch muss man heute mit seinen Informationen und Beobachtungen zurückhaltender umgehen und auf die Veröffentlichung von Ortsangaben verzichten. “
" Die Naturfotografie begeistert immer mehr Menschen. Das bewerte ich zunächst positiv, denn der Wunsch in der Natur zu sein und diese zu beobachten und zu fotografieren kann eben auch die Seele beflügeln und zur Bewusstseinsbildung über den Naturschutz beitragen. Gleichwohl gehen heute sehr viele Fotografen ohne Orts- und Artenkenntnisse in die Natur und lassen sich insbesondere durch ein fotografisch-ästhetisches Interesse leiten. Das ist für eine verantwortliche Naturfotografie zu wenig. Hier brauchen wir Schulungsangebote. Durch die sozialen Medien kommt es zu Ballungen und Überlastungen bestimmter Location und Ereignisse. Hier ist behördlicher Regelungsbedarf und wiederum Bewusstseinsbildung bei den Akteuren gefragt.Durch die Kommerzialisierung der Naturfotografie werden „bezahlte“ Motive nur nachfotografiert. Das kann zu einem besonders hohen Erwartungsdruck beim Anbieter und auch beim Kunden führen. Dieser Erwartungsdruck wird Grenzen aufweichen. Hier muss den Anbietern eine Art Haftung abverlangt werden. Es wäre auch hilfreich, dass der gelenkte Tourismus sich auch der Zielgruppe der Naturfotogafierenden annimmt und dafür zielgerichtet Angebote schafft. So geschieht es beispielsweise schon im NP Sächsische Schweiz ( https://www.saechsische-schweiz.de/foto .) oder in Zingst im Nationalpark vorpommersche Boddenlandschaft https://www.zingst.de/fotografie “
" Zu der Thematik habe ich zuvor schon etwas ausgeführt und dazu ließe sich sehr viel grundsätzlicher nachdenken.Auf Ihre Frage in aller Kürze:
Die Bedeutung des Bildes nimmt rasant ab. Es verkommt zu einem Konsumartikel. (Täglich werden bei Instagram rd. 95 Millionen Bilder hochgeladen).
Die Just-in-Time-Information über das Wann-Wo-Was erdrücken Orte und Ereignisse.
Die Naturfotografen messen sich stets an dem Gesehenen, ohne zu wissen, welche Mühen oder Skrupel bei dem jeweiligen eine Rolle spielten. Es wird unreflektiert nachgeahmt – oftmals mit einem hohen Preis für die Natur. Die Unrast der Akteure und deren Unzufriedenheit mit ihren Arbeiten wird wachsen, denn die sozialen Medien verlangen nach Aufmerksamkeit. Sie rufen förmlich: Schneller-Höher -Weiter! Meiner Meinung nach bedarf die Natur jedoch keiner Überzeichnung. In der unmittelbaren (analogen) Naturbegegnung liegt die Kraft der Natur und ihr besonderer Wert für uns Menschen. Hier ist auch die Wurzel für die Liebe zur Natur. All das, so zeigt uns die aktuelle Hirnforschung, kann ein digitales Medium nicht."
" Eine Drohne ist eine herkömmliche Kameratechnik, die durch die Flugmöglichkeit lediglich die Perspektive verändert. Hier kommt es zu einer Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten und des fotografischen Ausdrucks. Das ist bereits Realität und übliches fotografisches Handwerk. Das ist in meinen Augen ein sinnvolles konventionelles Werkzeug, sofern sie regelkonform eingesetzt wird. Durch KI und Virtual Reality erzeugte Bilder und Welten hingegen sind das Gegenteil von Naturfotografie. Naturfotografie ist das Versprechen an den Betrachter, dass der Fotograf dabei war und es selbst gesehen und erlebt hat. Das ist die Essenz der Story. Ein aus Stichworten, einer Bilddatenbank und Algorithmen erzeugtes Bildnis ist kein Abbild der (wenn auch fotografisch interpretierten) Wirklichkeit, sondern eine Fiktion. Für mich sind solche Fiktionen keine Fotografien und schon gar nicht Naturfotografien, auch wenn sie zunehmend mehr einen solchen Eindruck vermitteln. Daher wird es immer wichtiger werden, die Geschichte zum Bild -das Naturerlebnis - in den Focus zu rücken und die Authenzität der Fotografie und die Integrität des Fotografen/der Fotografin zu betonen. "
" Der Mensch ist frei Dinge zu tun oder zu lassen. Darum ist nicht die Technologie das Problem, sondern die Haltung des jeweiligen Akteurs. Wir müssen an dem aufgeklärten, gebildeten Naturfotografen arbeiten, dessen Antrieb die Liebe zur Natur mit allen Geschöpfen ist. Klingt pathetisch - ist aber so."
Was benötigt man? Wie geht man am besten vor? Was muss man unbedingt beachten?
Machen Sie sich über Ihr Motiv schlau. Je mehr Sie über das Wildtier wissen, umso geriger ist die Gefahr, dass Sie es stören.
Verwenden Sie Ferngläser, Spektive und andere Hilfsmittel, um Tiere aus sicherer Entfernung zu beobachten, ohne ihre natürlichen Verhaltensweisen zu beeinträchtigen. Halten Sie ausreichend Abstand zu Bauten, Höhlen und Nestern!
Vermeiden Sie laute Geräusche und abrupte Bewegungen, die die Tiere erschrecken oder vertreiben könnten. Vor allem in der sensiblen Jungtieraufzuchtzeit müssen Störungen unbedingt vermieden werden.
Füttern Sie keine Wildtiere. Füttern kann deren Gesundheit und ihr Verhalten negativ beeinflussen und sie an Menschen gewöhnen, was gefährlich für beide Seiten sein kann.
Halten Sie sich an die Regeln und Vorschriften der Schutzgebiete oder Nationalparks, in denen Sie sich befinden. Diese sind dazu da, die Tiere und ihre Lebensräume zu schützen. Betreten Sie keine Gebiete, die abgesperrt sind und halten Sie sich an das Wegegebot!
Hinterlassen Sie keine Spuren Ihrer Anwesenheit. Nehmen Sie bitte unbedingt Ihren Müll mit, da dieser für Wildtiere ernsthafte gesundheitliche Schäden verursachen kann. Halten Sie sich an vorhandene Wege und vermeiden Sie es Pflanzen oder andere Strukturen in der Natur zu beschädigen.
Verwenden Sie Ausrüstung, die für die Wildtierfotografie geeignet ist, wie Teleobjektive und Tarnequipment. Blitzlicht sollte vermieden oder mit Bedacht eingesetzt werden (artspezifische Sensibilität gegenüber Licht beachten), um die Tiere nicht zu stören. Artkenntnisse erforderlich!
Informieren Sie sich über das natürliche Verhalten der Wildtiere. Somit können Sie auf Anzeichen von Stress oder Unwohlsein bei den Tieren erkennen. Wenn ein Tier Anzeichen von Angst oder Stress zeigt oder sein Verhalten aufgrund Ihrer Anwesenheit ändert, ändern Sie Ihr Verhalten/ Ihren Aufenthaltsort.
Wildtierfotografie erfordert Geduld. Warten Sie darauf, dass die Tiere zu Ihnen kommen oder sich in eine geeignete Position begeben, anstatt sie aktiv zu verfolgen. Dies ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten.
Informieren Sie sich über die Tiere, die Sie fotografieren möchten, und über ihre Lebensräume. Seien Sie sich Ihrer Verantwortung als Naturfotograf bewusst und teilen Sie Ihr Wissen, um das Bewusstsein für den Schutz von Wildtieren zu fördern.
Zweck:
Primärer Schutz der natürlichen Umwelt.
Konservierung spezifischer Arten und Lebensräume, die selten oder bedroht sind.
Wissenschaftliche Forschung und Bildungszwecke.
Rechtsgrundlage:
Festgelegt nach § 23 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).
Ausweisung durch Landesbehörden oder Kommunen.
Schutzziele:
Erhaltung oder Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands von Ökosystemen.
Schutz von Biotopen und Lebensgemeinschaften.
Förderung der natürlichen Entwicklung ohne menschliche Eingriffe.
Nutzung und Einschränkungen:
Strikte Reglementierung von Aktivitäten wie Bebauung, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.
Verbot oder starke Einschränkungen von Freizeitaktivitäten wie Wandern abseits ausgewiesener Wege, Zelten, Feuer machen.
Nutzung von natürlichen Ressourcen ist in der Regel verboten (z.B. Holzernte, Fischerei, Jagd).
Eingriffe bedürfen einer speziellen Genehmigung.
Beispiel:
Steinhuder Meer: Ein großflächiges Naturschutzgebiet mit strikten Regelungen zum Schutz der einzigartigen Landschaft und seiner Biodiversität.
Zweck:
Schutz und Pflege von Landschaften, die von besonderer Schönheit oder Erholungswert sind.
Erhaltung des Landschaftsbildes und der Vielfalt der Kulturlandschaft.
Förderung von nachhaltiger Landnutzung und Erholung.
Rechtsgrundlage:
Festgelegt nach § 26 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).
Ausweisung durch Landesbehörden oder Kommunen.
Schutzziele:
Bewahrung von charakteristischen Landschaftsmerkmalen und -strukturen.
Förderung von Naturerlebnis und Erholung der Bevölkerung.
Sicherstellung der nachhaltigen Nutzung landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher und wasserwirtschaftlicher Flächen.
Nutzung und Einschränkungen:
Weniger strikte Regelungen im Vergleich zu Naturschutzgebiet.
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei sind erlaubt, wenn sie die Ziele des Landschaftsschutzes nicht gefährden.
Freizeitaktivitäten wie Wandern, Radfahren und Reiten sind erlaubt und gefördert.
Bauliche Maßnahmen sind teilweise erlaubt, müssen aber landschaftsverträglich sein und bedürfen einer Genehmigung.
Beispiel:
Schwäbische Alb: Ein Landschaftsschutzgebiet das durch seine landschaftliche Schönheit und kulturellen Werte geschützt wird, dabei aber auch Raum für nachhaltige Nutzung und Erholung bietet.
Sogenannte "Lost Places" aufzusuchen, zu erkunden und zu fotografieren, kann, gerade in den Herbst und Wintermonaten, auf unsere Wildtiere fatale Auswirkungen haben!
So werden z.B. Amphibien, Schmetterlinge und Fledermäuse empfindlich gestört.
Diese Tiere erwachen durch die Geräusche, Licht der Taschenlampen, Blitzgeräte o.ä. und durch z.B. den Rauch von Feuer aus dem Winterschlaf und verlieren dadurch lebenswichtige Energie. Das kann für z.B. Fledermäuse das Todesurteil bedeuten. Sollten sie die Störung überleben, kann es im Frühjahr bei erneutem Erwachen zu Todgeburten oder aufgrund von fehlenden Energiereserven zum Tod der streng geschützten Tiere kommen.
Des Weiteren stellt die Veränderung des Mikroklimas, durch z.B. das Öffnen von Türen oder Fenstern und das Beleuchten des Inneren solcher Überwinterungsstätten ebenfalls ein Problem dar. Daher sollte in dieser sensiblen Zeit, der Besuch solcher Gebäude unbedingt unterlassen werden. Des Weiteren ist der Zutritt zu vielen "Lost Places" verboten. Missachten Sie die Hinweise zum Betretungsverbot, begehen Sie Hausfriedensbruch nach §123 Strafgesetzbuch!
Tiere, welche verfrüht aus Winterschlaf erwachen benötigen Hilfe, da es in dieser kalten Jahreszeit keine adäquate Nahrung für sie in freier Wildbahn gibt und sie verhungern.
mangelhaften Energiereserven, einem geschwächtes Immunsystem, Krankheitsanfälligkeit und Parasiten. Meist tritt als Spätfolge der Tod ein.
überwintern in Baumhöhlen, aber auch in Kellerräumen oder verlassenen Häusern
fallen im Winter in eine Winterstarre. Daher können sie sich in dieser Zeit gegen keinerlei äußere Einflüsse "wehren". Kommt es zur Störung der Tiere, können diese erheblichen Schaden nehmen.
Auch Insekten, wie Marienkäfer machen es sich in den Ritzen von Mauern über den Winter gemütlich und wollen ihre Ruhe!
"Fotografie kann Menschen dazu bewegen,
die Natur zu schützen, indem sie die
Schönheit und Zerbrechlichkeit der Wildnis
zeigt."
Norbert Rosing
Lasst uns ALLE GEMEINSAM die Natur und all ihre darin befindlichen Lebewesen in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit genießen. Ganz wesentlich kann jeder einzelne durch sein eigenes Verhalten zum Schutze dieser beitragen!
Denn:
WISSEN RETTET LEBEN!